Die erste Fahnenweihe

Im August 1898 verlaß der Vorstand des Vereins auf einer außerordentlichen Versammlung ein Schreiben des Großherzogs zu Oldenburg, in dem ein Fahnenband zur Ausstattung einer anzuschaffenden Fahne bewilligt wurde. In der anschließenden Beratung wurde ein Preis von 350 bis 400 Mark für eine Vereinsfahne angenommen, der aber zum Teil durch Spenden aufgebracht werden mußte, da eine solche Summe für den neu gegründeten Verein eine hohe finanzielle Belastung bedeutete. Die eigentliche Anschaffung wurde dem Vorstand überlassen mit der Auflage, ein möglichst günstiges Angebot zu erzielen. Der Schützenwirt Timmermann erklärte sich bereit, die Versicherung der Fahne zu übernehmen, da sie im Schießstand aufbewahrt werden sollte. Im August 1899 stand dem Kauf einer Fahne zum Preis von 400 Mark nichts mehr im Wege.
Die feierliche Fahnenweihe mit Verleihung des Fahnenbandes fand am 20. Mai 1900 statt. Ein eigens hierfür gewähltes 32-köpfiges Festkomitee sorgte für den reibungslosen Ablauf, für musikalische Unterstützung beim Festumzug wurden 12 Musiker zum Preis von 8 Mark pro Mann bestellt. Der Festwirt Timmermann stiftete 75 Mark, die zum Gelingen beitragen sollten. Das Delmenhorster Kreisblatt schrieb hierzu: „Das Fest der Fahnenweihe des Schützenvereins Adelheide verlief in schönster Weise. Von auswärtigen Vereinen waren erschienen die Vereine von Bergedorf, Ganderkesee, Hoyerswege, Urneburg, Immer, Falkenburg, Ippener, Schlutter, „Tell“-Delmenhorst und Delmenhorster Schützenverein. Herr Pastor Bultmann-Ganderkesee hielt die Weihrede. Vom Herrn Amtshauptmann Rabben wurde dem Schützenverein Adelheide im Auftrage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ein Fahnenband überreicht und an der Fahne befestigt. Der Schützenhauptmann dankte im Namen des Vereins dafür, daß Seine Königliche Hoheit des Adelheider Vereins gedacht habe und die Musik intonierte das „Heil Dir, o Oldenburg“. Hierauf unternahm der Verein einen Umzug durch einen Teil des Ortes, und dann begann auf dem Festplatze die allgemeine Feier, während die Schützen sich nach den Ständen begaben.“ Soweit das DK vom 22.05.1900.

Überhaupt scheint das Jahr 1900 ein sehr ereignisreiches gewesen zu sein, denn das alte Protokollbuch führt in dieser Zeit insgesamt vier verschiedene Mitglieder als Vorsitzende an. Neben dem bisherigen Amtsinhaber Moikow werden noch der Lehrer Steenhoff sowie Johann Finke und Johann Günnemann erwähnt, von denen letzterer das Amt bis 1919 bekleidete.
Nachdem die eigene Fahnenweihe erfolgreich über die Bühne gebracht wurde, nahmen die Adelheider Schützen in den folgenden Jahren zahlreiche Gegeneinladungen an. In den Protokollen sind die Teilnahmen an den Fahnenweihen in Annenheide, Falkenburg, Grüppenbühren, Hoyerswege und in Bürstel-Immer dokumentiert. Der Ablauf war immer derselbe: Gegen Mittag Antreten am Vereinslokal, danach Abmarsch mit Musik unter „militärischem Regulements“, wie es im damaligen Sprachgebrauch hieß. Über die Musiker, die solche Märsche unterstützten, geben die Aufzeichnungen leider keinen Aufschluß, vermutlich kamen sie aber aus Ippener.

Sportschützenverein Adelheide von 1898 e.V.

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